Zentrale und periphere Blutdruckmessung Patienteninformation

 
Zentrale und periphere Blutdruckmessung - Patienteninformation

Der Blutdruck ergibt sich aus vielen Faktoren: Der Pumpleistung des Herzens, der Elastizität und Weite der Gefäße, der Widerstand durch kleinste Arterien, sowie hormonelle und nervale bzw. hirnorganische Stellgrößen. Ein zu hoher Blutdruck schädigt Herz und Gefäße, ein zu niedriger kann sich wie eine Durchblutungsstörung auswirken.

Die Methode der Blutdruckmessung bedient sich einer Staumanschette und eines Stethoskops, oder modern einer integrierten Meßmanschette. Ermittelt wird der systolische Druck ("oberer" Wert) und der diastolische Druck ("unterer" Wert). In Erinnerung an den Erstbeschreiber dieses Verfahrens, Riva-Rocci, schreiben eilige Ärzte gelegentlich "RR" als Abkürzung für "Blutdruck".

Am Arm wird nicht nur eine, sondern beide Seiten gemessen. Ein Seitenunterschied kann ein Hinweis auf eine Engstelle einer armversorgenden Arterie (typisch: Subclavia - Stenose) sein. Obwohl man an den Armen mißt, nimmt man vereinfachend an, daß der gleiche Druck auch "zentral" - in Herznähe - vorliegt.

Am Bein gelingt die Blutdruckmessung mit Hilfe einer Ultraschall - Dopplersonde (die auch sehr geringe Blutströmungen wahrnimmt) wesentlich genauer als mit einem Stethoskop oder dem tastenden Finger. Ermittelt werden die Drucke in der A. tibialis anterior und posterior (vordere und hintere Schienbeinschlagader) knapp oberhalb des Fußgelenkes. Da die Meßstelle weit vom Herzen entfernt ist, spricht man auch vom "peripheren" Druck.

Vergleicht man die Blutdruckwerte der Beine, gemessen in Fußknöchelhöhe, mit denen eines (gesunden) Armes, so sollte sich in Ruhe ein Verhältnis von 1:1 = 1,0 oder darüber ergeben. Diese Größe wird tibiobrachialer Quotient genannt (Abk.: TBQ); also: P Fuß > P Arm. , TBQ > 1). Eine gefährliche Durchblutungsstörung mit Bedrohung der Extremität ist anzunehmen, wenn P Fuß < 40 mmHg und TBQ < 0,5 ist.

Weitergehende Informationen auf die Reaktionsfähigkeit der Blutgefäße auf erhöhten Durchblutungsbedarf werden gewonnen, wenn man die Blutdruckmessung zusätzlich während oder nach einer definierten Belastung (für die Beine z.B. Laufband - Gehtest) durchführt.

 

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