« Zurück  Funktions- und Belastungsuntersuchungen

 
Funktions- und Belastungsuntersuchungen dienen der genaueren Erfassung von Durchblutungsstörungen; man kann somit die Leistungsfähigkeit unter einheitlichen (standardisierten) Bedingungen messen. Das wichtigste Verfahren ist der Laufband - Gehtest.

Ein anderes, einfaches Verfahren ist die Lagerungsprobe nach RATSCHOW, mit der die Durchblutungsreserve der Becken-Bein-Arterien abgeschätzt werden kann:

Der Patient befindet sich zuerst in liegender Position. Er hebt die Beine etwas an und führt Tret- bzw. Rollübungen der Füße aus. Diese Muskeltätigkeit regt eine vermehrten Durchblutungsbedarf an. Bei einer Durchblutungsstörung treten typischerweise Schmerzen und eine Abblassung des Fußes auf. Der Patient setzt sich dann auf und läßt die Beine unbewegt herabhängen. Während "gesunde" Beine eine sehr rasche Füllung der Venen (besonders leicht erkennbar am Fußrücken) zeigen, tritt bei einer arteriellen Durchblutungsstörung die Wiederauffüllung der Venen und die Rückkehr der rosigen Hautfarbe nur verzögert ein. Die Verzögerung ist ein Maß für die Durchblutungsstörung.

Die RATSCHOW-Lagerungsprobe ist auch in einer nicht-spezialisierten Praxis schnell durchführbar und sehr aussagekräftig für eine arterielle Durchblutungsstörung. Jede Abweichung vom Normalen sollte Anlaß zu einer eingehendere Untersuchung mittels Ultraschall, Dopplersonographie oder Angiographie sein.

Manche Patienten nutzen die beschriebene Technik auch als "Gefäßtraining" und berichten über eine Besserung der Beschwerden. Die Beschaffenheit der Gefäße ist damit allerdings kaum zu beeinflussen.

Bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen (Herzinsuffizienz, hoher Blutdruck, Lungenerkrankungen) sollte die Lagerungsprobe nicht oder oder nur mit Vorsicht durchgeführt werden.

 

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