Die angioclinic®-Radiowellentherapie
Radiowellen-Therapien wie CLOSURE FAST oder CELON-RFITT arbeiten mit einem Strom- und Wärmeeffekt, der auf die zu verschließende Venenstrecke begrenzt wird. Die Behandlung mit Radiowellen ist technisch einfacher (Sonde statt Kathetersystem) als mit dem Venenlaser (meist Sonde + Katheter + Führungsinstrument). Daher ist die Radiowelle besonders beliebt bei Chirurgen, die neu mit modernen Techniken beginnen.
Bei einer angioclinic®-Radiowelle kommt eine spezielle optische Kontrolle (Ultraschall) und eine Anpassung des Venendurchmessers (CPLA) hinzu, so dass eine besonders gut dosierte und exakte Anwendung resultiert. Bei dieser Kombination kann man sicher sein, einen guten und dauerhaften Erfolg zu haben und keine Risiken einzugehen.
Vorsicht: "Radiowelle unter Vollnarkose". Ein Arzt, der Radiowelle nicht schmerzfrei ohne Vollnarkose anzuwenden vermag, beherrscht das Verfahren nicht und wird keine guten Ergebnisse erzielen. Es wurde ja extra eine spezielle Lokalanästhesie entwickelt, damit der Patient gleich wieder fit ist! Die wenigen Patienten, die trotz Schmerzfreiheit alles lieber verschlafen wollen, sind mit einer harmlosen Sedierung (Kurzschlaf) viel sicherer bedient als mit einer Vollnarkose.
Details
Die "Radiowellen-Therapie" hat inzwischen eine mehr als 10-jährige Geschichte. Der Effekt von elektrischem Strom, der sehr oft seine Richtung ändert ("Hochfrequenz") ist weitaus länger bekannt, er wird in der Medizin routinemässig bei vielen Operationen zum koagulieren kleiner Blutgefäße verwendet, um Blutungen einzuschränken ("Kauter"). Man kann damit auch ein Skalpell ersetzen, um blutungsarm zu schneiden. Die Elektrizität kann also je nach Energie und Frequenz vieles leisten: Gewebe schrumpfen, Blut zum Gerinnen bringen, Gewebe zerstören. Die therapeutische Aufgabe ist es, die Elektrizität so zu dosieren, dass sie nur gezielt am Einsatzort wirkt. Der Begriff Radiowelle klingt weniger aggressiv als Hochfrequenzstrom und wird daher heute gern verwendet, wenn die Frequenz in einem Bereich liegt, der den Radiofrequenzen gleicht. Genau genommen muss man sich vorstellen, dass dem Patienten eine aktive starke Sendeantenne in die Vene eingeführt wird! Die Zulassungsvorschriften sind allerdings so streng, dass die Wirkungen eher zu gering als zu stark sein werden und keinesfalls dem Organismus schadet.
Im Vergleich zu den Risiken der Chirurgie schneidet die Radiowelle deutlich günstiger ab, so dass auch eine Anwendung durch Ungeübte "ungefährlicher" ist als ein Stripping.
Historie
Den Anfang machte eine US-Firma mit dem "Restore" - System. Es enthielt in einem Katheter mehrere fingerartige Elektroden, die bis zum Wandkontakt in der Vene ausgefahren wurden, und der Strom sollte die kranke (ausgeleierte) Venenwand so schrumpfen, dass die Klappen wieder funktionieren. Der Erfolg der "Wiederherstellung" (engl. to restore = wiederherstellen) war allerdings nur in einem kleinen Teil der Fälle erzielbar.
Als Nachfolgeprodukt kam das "Closure" - System. Hierbei wurde der Wandkontakt über kleinere, feste Elektroden hergestellt. Das Ziel war nun, die kranken Venen zu verschließen. Das gelang sehr oft, aber die Prozedur benötigte viel mehr Zeit als ein chirurgisches Stripping. Der Hersteller entwickelte daher das Nachfolge - System "Closure Fast". Hier werden Teilstücke der kranken Vene in einer einzigen Aktion auf einmal behandelt, so dass die reine Behandlungsdauer auf 10 - 15 Minuten sinkt (den modernen Lasern ähnlich). Closure Fast wurde zu einem der meistverwendeten Systeme in den USA, obwohl die Materialkosten sehr hoch sind.
Das deutsche CELON - RFITT - System ist ein preisgünstiges Pullback - System. Die Sonde wird wie eine Stripping-Sonde eingeführt, was Chirurgen die Anwendung erleichtert, und dann langsam unter Aktivierung zurückgezogen. CELON-RFITT verfügt über ein akustisches Kontrollsystem: Ein Tonsignal zeigt dem Anwender, wie er das Werkzeug zu bewegen hat. Die Energieabgabe ist tendenziell eher zu gering. Es gibt viel weniger Erfahrung damit als mit Closure Fast, so dass man noch von einer "Lernkurve" sprechen kann. Direkte Vergleiche stehen aus.
Bewertung
Laser und CELON haben wir in einer sorgfältigen Studie selbst verglichen, um den sehr unsachlichen Werbestreit der Industrie (zu lesen in unzähligen Internetforen, zum Teil getarnt als Patientenkommentar) zu beenden.
Ergebnis: Die Energie der Radiowelle ist nicht so gut steuerbar wie beim Laser, dafür ist die Anwendung für Anfänger einfacher. Beide Verfahren sind schmerzfrei durchführbar, der Laser ist wirksamer und sicherer.*
Wir sind überzeugt, dass das Ergebnis einer Behandlung viel mehr von der Erfahrung und dem Können des Arztes abhängt als vom gewählten Laser- oder Radiowellensystem!
* UIP 2009 Monaco: Radiofrequency and Laser Obliteration of Insufficient Saphenous Veins, J. C. Ragg