Übergewicht und Adipositas
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Mehr als 50% der US-Amerikaner und etwa 40 % der Deutschen sind übergewichtig, bei steigender Tendenz. Folgerichtig hat daher die American Heart Association (AHA) in einer aktuellen Publikation vorgeschlagen, Adipositas als eigenständigen Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten anzusehen. Adipositas wird somit als Risikofaktor ebenso wie Hypertonie oder Hypercholesterinämie als behandlungsbefürftige Krankheitsursache eingestuft (Eckel RH, et al.:
American Heart Association call to action: obesity as a major risk factor for coronary heart disease. AHA Nutrition Committee.
Circulation. 1998 Jun 2; 97(21): 2099-2100). Obwohl auch das Muster der Fettverteilung eine Rolle spielt (günstig: Gesäß, Oberschenkel; ungünstig: Körperstamm), wird als Bezugsgröße meist der body - mass - Index (BMI) herangezogen. Es handelt sich um den Quotienten aus Körpergewicht (Kg) und dem Quadrat der Körpergröße (m). Beispiel: Bei einem Gewicht von 90 Kg und einer Körpergröße von 1,70 m beträgt der BMI 31,14.
Nach den Richtlinien zur Therapie der Adipositas der Deutschen Gesellschaft für Adipositasforschung (1995) wird mit Hilfe des BMI folgende Einteilung definiert:
BMI:
20 - 24,9 Normalgewicht
25 - 29,9 Übergewicht (Adipositas Grad I)
30 - 39,9 Adipositas (Adipositas Grad II)
> 40 morbide Adipositas
Es besteht ein Konsens, daß bereits bei einem BMI von 25 - 30 eine Gewichtreduktion anzustreben ist, sofern weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes vorliegen. Ein BMI über 30 ist in jedem Fall therapiebedürftig. Die Behandlung besteht primär in einer Reduktion der kalorischen Bilanz durch verminderte Kalorienzufuhr, optimierte Nahrungskombination und vermehrten Umsatz (Bewegung). Eine medikamentöse Therapie erscheint erst dann zweckmäßig, wenn diätetische
Maßnahmen nach 6 Monaten keinen Erfolg zeigen. Zwei neue Substanzen sind erwähnenswert: Orlistat (ab September ´98 im Handel, Produktname: Xenical, von Hoffmann - La Roche, ca. 200 DM/Monat) hemmt Lipasen im Darm und vermindert so die Fettresorption. Es wird demnach nur die Fettaufnahme, nicht aber ein etwaiger krankhafter Fettstoffwechsel
beeinflußt. Eine weitere Substanz, Sibutramin, hat soeben das Zulassungsverfahren des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgreich hinter sich gebracht (Produktname: Reductil, 10 mg und 15 mg Tabl., Fa. Knoll Deutschland). Sibutramin verstärkt über eine Hemmung der Serotonin- und Noradrenalin - Aufnahme das Sättigungsgefühl, und soll so helfen, die Fett- und Kalorienaufnahme zu reduzieren. Als Indikation zum Einsatz dieser Medikamente gilt ein BMI > 30, oder ein BMI > 27 bei Vorliegen von mindestens zwei weiteren Risikofaktoren.
Eine Online - Version zur Adipositas - Therapie wird von der Deutschen Gesellschaft für Adipositasforschung gegenwärtig erarbeitet und sollte längst verfügbar sein (URL noch unbekannt).
Interessante Links zur Online - Information über Adipositas finden Sie im Adipositas - Brief (Knoll - Pharma)