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Dr. Ragg Chefarzt Venenzentrum Berlin, München, Zürich
Dr. med. Johann C. Ragg
Krampfadern, Besenreiser, Venenschwäche: Mehr über mein Therapiekonzept…
Therapiekonzept
angioclinic® - Venencheck
Venencheck

Koronare Herzerkrankung (Angina Pectoris) - Patienteninformation

Siehe Koronare Herzerkrankung (Angina Pectoris)

Angina Pectoris und Herzinfarkt

Was ist Angina pectoris?

Die Angina pectoris - "Brustenge" - bezeichnet ein wichtiges Symptom einer koronaren Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzarterien). Es können auftreten: Engegefühl in der Brust, Atemnot oder ein dumpfes Ziehen in der Herzgegend, Schmerzen im Brustkorb, Ausstrahlung der Schmerzen in einen oder beide Arme (links häufiger als rechts), auch Ausstrahlungen in die Hals- und Unterkieferregion. Angina pectoris muß immer ernst genommen werden. Sie ist eine Vorbotin für einen möglichen Herzinfarkt.

Die auftretenden Schmerzen können Sekunden bis hin zu einigen Minuten andauern. Ein Angina-pectoris-Anfall tritt meistens während körperlicher oder seelischer Belastungen auf, weil das Herz dann mehr Arbeit leisten muß. Für diese Mehrarbeit braucht das Herz auch mehr Sauerstoff. Aufgrund der Verengung der Herzkranzgefäße gerät es selbst in Sauerstoffnot. Können die Koronararterien diesen zusätzlichen Sauerstoff nicht heranführen, kommt es zu den Schmerzen und Beschwerden eines Angina-pectoris-Anfalls.

Eine Verschlechterung der Sauerstoffversorgung des Herzens kann auch ohne Schmerzen oder andere spürbare Symptome auftreten. Solche schmerzfreien Ereignisse nennt man "stumme Ischämien". Bei manchen Patienten sind diese sogar häufiger als schmerzhafte Angina-pectoris-Anfälle.

Stumme Ischämien sind für die Entwicklung schwerwiegender Herzkrankheiten wie Herzinfarkt und letztendlich Herzversagen genauso gefährlich wie schmerzhafte Anginapectoris-Anfälle. Deshalb ist es wichtig, daß Sie das Medikament, das Ihnen Ihr Arzt verordnet hat, regelmäßig einnehmen und zwar unabhängig davon, ob Sie schmerzhafte Angina-pectoris-Anfälle haben oder nicht.

Was ist ein Herzinfarkt?

Der Herzinfarkt wird durch den Verschluß einer Koronararterie mit einem Thrombus (Blutpfropf) oder Fettpartikel hervorgerufen. Der Thrombus bleibt meistens an einer Verengung der Herzkranzgefäße stecken. Die dahinter liegenden Regionen des Herzmuskels werden dann nicht mehr mit Blut versorgt. Je nach Ort des Infarkts können große oder weniger große Bereiche betroffen sein. Die Symptome sind denen einer Angina pectoris ähnlich, nur sind sie intensiver und dauern länger als 15 Minuten an. Die Einnahme von Nitroglycerin - Spray oder Kapseln zeigen keine oder wenig Wirkung.

Symptome, die auf einen Herzinfarkt hindeuten:

Schmerzen im Brustkorb hinter dem Brustbein, Schmerzen in einem oder beiden Armen, Schmerzen zwischen den Schulterblättern, im Hals oder Unterkiefer, Brennen im Brustkorb, Schmerzen im Oberbauch, schweres Gefühl der Enge oder starker Druck auf der Brust, Atemnot, blasses Gesicht, kalter Schweiß auf Stirn und Oberlippe, veränderter Gesichtsausdruck oft bis zur völligen Fremdheit, Atemnot, plötzlicher Kreislaufzusammenbruch mit und auch ohne Ohnmacht.

Wichtigste Maßnahme für Laien: Sofort Notarzt rufen!

Lagerung des Betroffenen in eine bequeme Position, dabei sollte der Oberkörper etwas höher liegen. Enge Kleidungsstücke Öffnen, Frischluftzufuhr. Kälte und Wärme vermeiden. Für ruhige Umgebung sorgen, z.B. Radio oder Fernseher ausschalten, den Betroffenen beruhigen. Falls ein Notarzt gerufen wurde: Dafür sorgen, daß er schnell sein Ziel findet (Außenbeleuchtung, ggf. Hilfsperson an der Straße). Jede Minute ist kostbar: Häufig kann man in den ersten Stunden einen Thrombus mit Hilfe von Medikamenten auflösen. Eine sofortige Behandlung ist in jedem Fall dringend erforderlich, und kann Leben retten.

Ist ein Angina-pectoris-Anfall das gleiche wie ein Herzinfarkt?

Nein, ein Angina-pectoris-Anfall ist kein Herzinfarkt. Bei einem Angina-pectoris-Anfall sind Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzens vorübergehend vermindert (meist infolge verengter Koronararterien). Bei einem Herzinfarkt sind dagegen Durchblutung und Sauerstoffzufuhr in einem bestimmten Bezirk des Herzens plötzlich und auf Dauer unterbrochen, weil eine Koronararterie vollständig blockiert ist. Als Folge des Sauerstoffmangels stirbt ein Teil des Herzmuskels ab.

Ein Angina-pectoris-Anfall verursacht also im Gegensatz zu einem Herzinfarkt meist keine dauerhafte Schädigung des Herzmuskels. Nicht alle Patienten mit koronarer Herzkrankheit erleiden auch einen Herzinfarkt, aber das Risiko eines Herzinfarkts ist bei diesen Patienten erhöht.

Zu welcher Tageszeit treten Angina-pectoris-Anfälle meistens auf?

Obwohl Angina-pectoris-Anfälle praktisch zu jeder Tageszeit auftreten können, werden sie am häufigsten in den frühen Morgenstunden beobachtet. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, daß im Verlauf von 24 Stunden auch andere Herz-Kreislauf-Funktionen, wie z.B. der Blutdruck, bestimmten Schwankungen unterliegen und daß häufig mehrere Faktoren zusammentreffen, so daß das Risiko eines Angina-pectoris-Anfalls, einer stummen Ischämie oder sogar eines Herzinfarkts in den frühen Morgenstunden deutlich größer ist. Eine andere Erklärung für die frühmorgendliche Häufigkeit von Herzanfällen könnte darin liegen, daß die Wirkung mancher Medikamente, selbst wenn sie vor dem Schlafengehen eingenommen wurden, nicht so lange anhält, daß sie Herzanfälle auch in den frühen Morgenstunden unterdrückt, wenn das Risiko für diese Beschwerden am größten ist.

Treten Angina pectoris Anfälle immer vor einem Infarkt auf?

Nein- Angina-pectoris Anfälle treten in etwa 10-15% nicht auf, obwohl eine bedeutsame Gefäßverengung vorliegt. Patienten, die keine Angina-pectoris Anfälle haben, obwohl Engstellen vorliegen, sind besonders gefährdet, da sie keine Warnzeichen verspüren, somit kein Rot auf Ihrer Ampel haben. Typischerweise treten keine Angina-pectoris Anfälle auf bei Patienten mit langjährigem Diabetes und bei chronischem dialysepflichtigem Nierenversagen. Bei beiden Patientengruppen tritt eine bedeutsame koronare Herzkrankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf, deshalb ist dort eine besonders sorgfältige Diagnostik erforderlich, wenn der Verdacht auf Durchblutungsstörungen besteht. Ein anderes Problem bezüglich einer Angina-pectoris Symptomatik vor Infarkt ist folgendes:

Häufig tritt ein Infarkt nicht aufgrund einer langsam fortschreitenden Gefäßverkalkung und Gefäßverengung auf, sondern "aus heiterem Himmel" bei zunächst noch weit offenem, aber vorgeschädigtem Herzkranzgefäß. Eine Fettauflagerung ist dort mit einem dünnen Häutchen überzogen, das eine Auflagerung von Blutgerinnseln und einen Verschluss des Gefäßes verhindert. Es kommt manchmal aber zu einem Aufreißen dieses Schutzhäutchens mit nachfolgender Auflagerung von Blutgerinnseln. Dieser Vorgang kann zu einer Verstopfung des Gefäßes mit entsprechenden plötzlich auftretenden Schmerzen führen. Es lässt sich mit keiner der derzeit zur Verfügung stehenden diagnostischen Methoden einschließlich dem Linksherzkatheter ein solches Ereignis voraussehen, da zum Untersuchungszeitpunkt noch keine bedeutsame Engstelle in der Herzkranzgefäßen besteht!

Obwohl Angina-pectoris-Anfälle praktisch zu jeder Tageszeit auftreten können, werden sie am häufigsten in den frühen Morgenstunden beobachtet. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, daß im Verlauf von 24 Stunden auch andere Herz-Kreislauf-Funktionen, wie z.B. der Blutdruck, bestimmten Schwankungen unterliegen und daß häufig mehrere Faktoren zusammentreffen, so daß das Risiko eines Angina-pectoris-Anfalls, einer stummen Ischämie oder sogar eines Herzinfarkts in den frühen Morgenstunden deutlich größer ist. Eine andere Erklärung für die frühmorgendliche Häufigkeit von Herzanfällen könnte darin liegen, daß die Wirkung mancher Medikamente, selbst wenn sie vor dem Schlafengehen eingenommen wurden, nicht so lange anhält, daß sie Herzanfälle auch in den frühen Morgenstunden unterdrückt, wenn das Risiko für diese Beschwerden am größten ist.

Welche Schmerzen treten bei Angina-pectoris Anfällen auf?

Es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß jeder Patient einen Angina-pectoris-Anfall in anderer Weise erlebt. Die Art der Schmerzen und Beschwerden, ihre Lokalisation und die Häufigkeit ihres Auftretens variieren ganz beträchtlich von einem Patienten zum anderen.

Im Allgemeinen dauern die Schmerzen und Beschwerden nur wenige Minuten. Patienten, die einen Angina-pectoris-Anfall erlebt haben, sprechen von einem Gefühl von Schwere, Enge, Brennen, Druck oder Beklemmung hinter dem Brustbein. Es können auch Übelkeit, Atemnot oder ein Gefühl des Erstickens auftreten. Die Beschwerden können sich auf andere Körperregionen ausdehnen und ein Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Schultern, Armen oder Gelenken sowie in Kiefer, Nacken, Rachen, Zähnen, Gaumen oder sogar im Ohrläppchen hervorrufen.

Obwohl jeder Patient den Angina-pectoris-Anfall anders empfindet, wird er bei einem bestimmten Patienten im Allgemeinen immer wieder in der gleichen Weise auftreten. Das heißt, wenn Sie schon einmal einen Angina-pectoris-Anfall hatten, werden die Schmerzen beim nächsten Mal wahrscheinlich mit der gleichen Intensität im gleichen Bereich Ihres Körpers und mit vergleichbarer Dauer auftreten.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?

Sie sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die geschilderten Symptome eines Angina-pectoris-Anfalls erstmals bei Ihnen auftreten oder wenn Sie Veränderungen im Vergleich zu früheren Angina-pectoris-Anfällen bemerken. Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn sich die Schmerzen in folgender Weise verändern:

  • die Schmerzen treten häufiger auf,
  • sie treten zu anderen Zeiten auf,
  • sie treten bei geringeren Anstrengungen oder leichteren Tätigkeiten auf,
  • sie treten auch schon manchmal in Ruhe auf, etwa nachts
  • sie halten länger an,
  • sie befallen einen größeren Körperbereich,
  • sie sind stärker,
  • sie sind irgendwie anders,
  • sie halten auch bei Einnahme eines Medikamentes an,
  • sie sind von Atemnot, Übelkeit oder dem Gefühl begleitet
  • Ihr Herzschlag setzt aus oder ist unregelmäßig

Jede dieser Änderungen kann ein Warnsignal für ein schwerwiegenderes Problem wie z.B. einen bevorstehenden Herzinfarkt sein, muß es aber nicht. Gewissheit können Sie nur erlangen, wenn Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und sich ggf. kardiologisch untersuchen lassen. Sorgen Sie dafür, daß Sie die Telefonnummer für den ärztlichen Notdienst jederzeit zur Hand haben. Insbesondere sollten Sie die Telefonnummern Ihres Arztes, des nächsten Krankenhauses und die Notrufnummer wissen.