Akute periphere Gefäßverschlüsse (Embolie) Patienteninformation

 
Akute periphere Gefäßverschlüsse (Embolie) - Patienteninformation

Untersucht man in der Klinik Patienten mit der Einweisungsdiagnose "arterielle Embolie", so findet man bei vorbestehender Atherosklerose in der Mehrzahl der Fälle eine ältere Gefäßenge, die sich durch Anlagerung von Blutverklumpungen (Thromben - Thrombose) kurzfristig verschlimmert hat. Dies Ereignis kann durch Phasen niedrigen Blutdrucks (Schlaf) oder verdickten Blutes (heißes Klima, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, Flüssigkeitsverluste durch Durchfall/Erbrechen) begünstigt werden (dann handelt es sich um eine arterielle Thrombose. Oder es sind andernorts entstandene Blutgerinnsel in der Engstelle "hängengeblieben", dies ist dann eine echte Embolie. Aufgrund der vorbestehenden Gefäßenge bestehen bereits Umgehungskreisläufe (Kollateralen), sodaß die Beschwerden zwar deutlich, aber nicht dramatisch sind.

Anders bei der Lösung und Abschwemmung von Blutgerinnseln (meist aus erkrankten Abschnitten des Herzens oder Aussackungen der Schlagadern = Aneurysmen) mit plötzlichem Verschluß von primär nichterkrankten Arterien: In diesem Fall bestehen keine ausreichenden Umgehungskreisläufe. Aus diesem Grund sind die Beschwerden hochakut und schwerwiegend. Bei Arm- oder Beinarterien kommte es zu einem (starken, plötzlichen Schmerz und Blässe jenseits des Verschlusses, später auch zu Empfindungsstörungen. Eine sofortige Klinikaufnahme (Notfall!) ist unbedingt erforderlich, hat aber bei Frühzeitigkeit eine sehr gute Behandlungsaussicht.

Im Gegensatz hierzu sind embolische Verschlüsse von Hirnarterien (Schlaganfall) oder Herzkranzarterien (Herzinfarkt) sofort lebensbedrohlich und kritischer in der Behandlung.

Eine Sonderstellung nimmt die Lungenarterienembolie ein: Aus anatomischen Gründen stammen die eingeschwemmten Thromben in diesem Fall aus dem venösen System, in der Regel aus einer Thrombose der tiefen Becken- und Beinvenen.

Für alle Embolien gilt, daß es wichtig ist, die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen.

Bei sehr kleinen Embolien kann es sein, daß keine besondere Behandlung erforderlich ist. Zu den einzelnen Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie bitte unter "Therapie" weiter.

 

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