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Dr. med. Johann C. Ragg
Krampfadern, Besenreiser, Venenschwäche: Mehr über mein Therapiekonzept…
Sommer-Therapie 2011
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Venengesundheit

Varikosis (Krampfadern) - Patienteninformation

Siehe Varikosis (Krampfadern)

Krampfadern der Beine verursachen dem Gesundheitssystem außerordentlich hohe Kosten: Es handelt sich um das häufigste Krankheitsbild in der Gefäßheilkunde - und es gibt bis heute keine ursächlich heilenden Verfahren.

Bei Krampfadern (Varizen) unterscheiden die Mediziner eine "primäre Varikosis", bei der die Krampfadernbildung die Folge einer unbekannten Ursache ist. In diesen Fällen sind typischerweise die tiefen Beinvenen gesund - eine Voraussetzung für die Behandlung der Krampfadern. Die "sekundäre Varikosis" bezeichnet Krampfadern, die aufgrund einer Vorerkrankung - z.B. einer Thrombose oder ihrer Folgen - entstanden sind. Hier können tiefe Beinvenen dauerhaft verschlossen sein, und operative Veränderungen der oberflächlichen Venenverhältnisse dürfen dann nicht mehr erfolgen.

Was ist "krank" bei Krampfadern?

Venenblut fließt "rückwärts", weil die "Ventile", die Venenklappen, es nicht mehr halten können. Ob nun die Venenklappen zuerst versagten und dadurch das Gefäß gestaut und gedehnt wird, oder ob eine Vene sich zuerst zu sehr dehnt und die Klappen aufgrund der Überdehnung nicht mehr funktionieren? Niemand weiß das genau - wie bei der Henne und dem Ei.

Durch den dauernden Rückstrom des Blutes aus oberfächlichen Venen ins tiefe Venensystem kommt es zur Überlastung des tiefen Venensystems und zum Versagen der Funktion der tiefen Venen ("sekundäre Insuffizienz"). Schließlich führt dies zum chronisch venösen Stauungssyndrom.

Man unterscheidet mehrere Formen:

  • Stammvarikosis (V. saphena magna und parva - die größten oberflächlichen Venen)
  • Seitenastvarikosis (Seitenäste o.g. Venen)
  • Perforansvarikosis (Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefen Venensystem)
  • retikuläre Varikosis (Netzartige Krampfadern)
  • Besenreiser - varizen (sehr dünne, zweigförmige Gefäßneubildungen)
Die größte klinische Bedeutung hat die "Stammvarikosis". Das Ausmaß dieser Erkrankung wird in Graden "nach HACH" - eingeteilt;gemeint ist eine Systematik von Prof. Hach je nach der Höhe des Krankhaften Blutflusses, z.B.: Rückstrom bis zum Unterschenkel = Grad III, bis zum Fuß = Grad IV.

Zur Behandlung von Krampfadern gibt es folgende Möglichkeiten:

Die Sklerosierungsbehandlung eignet sich für besenreiserartige oder netzförmige Krampfadern. Hierbei wird ein hochkonzentrierter Alkohol in das Gefäß gespritzt und danach eine Kompression ausgeübt, sodaß eine Verklebung entsteht und das Gefäß verödet. Ähnliche Resultate sind bei sehr feinen Besenreisern mittels Laser zu erzielen. Die Operation nach Babcock ist das klassische Verfahren für gröbere Krampfadern, wobei diese nach Abtrennung der Seiten- bzw. Verbindungsäste mit speziellen Sonden erfaßt und herausgezogen werden (Stripping). Eine Verfeinerung der Methode ist die perkutane Exhairese der Seitenäste (Absetzen der Seitenäste durch kleine Hautschnitte) sowie die endoskopische Kontrolle (Sicht durch Miniatur-Videeokamera oder Optik) der Seitenastunterbindung.

Die meisten Fälle, die bislang einem Stripping unterzogen wurden, können auch mit der wesentlich schonenderen CHIVA-Methode behandelt werden. Der Name "CHIVA" ist das Akronym der französischen Bezeichnung "cure conservatrice hémodynamique de l‘ insuffisance veneuse en ambulatoire". Die von dem französischen Arzt FRANCESCHI etablierte Technik behandelt eine gestörte Hämodynamik (Blutbewegung) bei Veneninsuffizienz (Venenschwäche) ambulant (ohne Krankenhausaufenthalt) und ohne Venenentfernung - also "konservativ".

Im Gegensatz zum herkömmlichen "Stripping" ("Herausziehen") von Krampfadern wird bei der CHIVA-Methode der krankhafte Gefäßbereich gezielt an einigen wenigen Stellen durch kleine Ligaturen (Abbindungen mit chirurgischer Naht) vor dem erhöhten Blutstrom "geschützt". Die erkrankten Venen sind keiner übergroßen Belastung mehr ausgesetzt und können sich daher im Durchmesser normalisieren. Die Vene und alle ihre Seitenäste bleiben - im Gegensatz zum Stripping - voll erhalten. Der kleine Eingriff ist in lokaler Betäubung schmerzfrei; nur wenige winzige Schnitte (2 - 5) sind erforderlich, und der Patient kann nach einer Stunde nach Hause gehen.

Die Methode wird in Deutschland erst von wenigen spezialisierten Zentren angeboten, denn die verhältnismäßig einfache Chirurgie erfordert eine hochpräzise Ultraschallanalyse des gesamten venösen Systems des betroffenen Körperabschnitts.

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