Fibrinogen ist ein löslicher Bestandteil des
Blutgerinnungssystems. Es stellt die Vorstufe des Fibrin dar,
welches z.B. bei Thrombenbildungen für die Verfestigung
zuständig ist. Fibrinogen steht normalerweise mit den vielen
anderen Faktoren des Gerinnungssystems im Gleichgewicht. In den
letzten Jahren wurde die Vermutung geäußert und in Studien
bestätigt, daß erhöhte Konzentrationen von Fibrinogen im Blut
einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen.
In einer Reihe prospektiver, epidemiologischer Untersuchungen waren erhöhte
Fibrinogenkonzentrationen im Plasma mit einer erhöhten Inzidenz des Myokard- und
Hirninfarkts verbunden. In den aktuellen Empfehlungen der europäischen
Atherosklerose-Gesellschaft wird daher zur Vorbeugung koronarsklerotischer
Veränderungen auch die Normalisierung erhöhter Fibrinogenspiegel empfohlen.
Eine gegenwärtig untersuchte Frage ist, ab welchen Werten und mit welchen
Methoden erhöhte Fibrinigenspiegel gesenkt werden können. Eine Methode ist, das
Fibrinogen "auszufiltern" (sehr aufwendig, nur im Rahmen von
Notfallbehandlungen). Es scheint aber auch eine medikamentöse, langfristige
Beeinflussung möglich.
Interessant ist die Beobachtung, daß nicht nur über die Norm erhöhte
Fibrinogenspiegel ein Rieiko darstellen, sondern bereits im Normbereich eine
Korrelation zwischen Fibrinogenspiegel und kardiovaskulärem Risiko besteht. Mit
Simvastatin (Denan®), einem Lipidsenker, konnten in mehreren Studien
Fibrinogenspiegel innerhalb des Normbereichs um durchschnittlich bis zu 25
Prozent gesenkt werden. Behandlungsempfehlungen sind jedoch noch nicht generell
auszusprechen.