Basiswissen 2: Wie entstehen Venenerkrankungen wie Krampfadern (Varikosis) und "Venenschwäche" (venöse Insuffizienz)?
Eine Venenerkrankung entsteht, wenn Klappenfunktion und Blutfüllung einer Vene nicht mehr zum "richtigen" Bluttransport ausreichen. Eine defekte Venenklappe (z.B. nach einer Entzündung oder Thrombose - oder auch angeboren) läßt Blut "rückwärts" fliessen, so daß es sich staut. Es kann aber auch die Menge des andrängenden Blutes dazu führen, daß der Durchmesser des Blutgefäßes so gedehnt wird, daß die Klappen nicht mehr richtig schließen können. Beide Veränderungen gehen meist Hand in Hand, so daß nicht mehr zu klären ist, welcher Fehler zuerst da war (die Henne oder das Ei?). Es resultiert jedenfalls ein Stau von sauerstoffarmem Blut in den Beinvenen. Anstatt zum Herzen gepumpt zu werden, "schwappt" das Blut nur hin und her, oder häufiger noch, es "fließt im Kreis". Der Arzt nennt dies "Rezirkulation". Der krankhafte Kreisverkehr verhindert, daß das Bein entlastet und das Blut schnell wieder mit Nähr- und Sauerstoff angereichert wird.
Das Unvermögen des Körpers, einen herzwärzs gerichteten venösen Blutstrom im Stehen zu
gewährleisten, nennt man venöse Insuffizienz. Dies heißt wörtlich "Venenschwäche".
Die Stauung und der erhöhte Venendruck kann dazu führen, daß besonders betroffene Venen sich erweitern
und typischerweise in vielfache Kurven legen. Diese nennt man dann Krampfadern, oder auch Varikose bzw. Varikosis. Das Wort hat übrigens nichts mit Wadenkrämpfen (die kommen meist von Störungen im Mineralstoffwechsel) zu tun.
Am häufigsten erkranken die Klappen in der Mündung der Vena saphena magna (Leiste), die häufigsten Krampfadern sind erweiterte Seitenäste dieser Vene.