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Operative Verfahren

Das Stripping nach BABCOCK - ein nahezu 100 Jahre altes Verfahren! - ist bis heute das Standardverfahren in der Krampfaderbehandlung gewesen. Hierbei wird mit einem stetig verbesserten Instrumentarium die erkrankte Vene möglichst vollständig entfernt. Es sind sowohl recht grobe Techniken (die eher mit "Herausreißen" übersetzt werden müßten) als auch moderne, schonendere Varianten, z.B. mit video-kontrollierter Seitenastdurchtrennung oder die "Gefriertechnik" ("Kryo-Stripping": eine Sonde wird so rasch gekühlt, daß die Vene anfriert und als Ganzes herausgezogen werden kann, bevor das umgebende Gewebe reagiert) im Einsatz. In der Regel ist eine Voll- oder Rückenmarksnarkose notwendig.
Trotz verfeinerter Techniken entsteht eine "meterlange" Wundfläche mit inneren Narben. In jedem Fall werden auch alle Seitenäste zerstört und der natürliche Blutstrom so erheblich verändert, daß für den Körper ein Reiz zum Bilden neuer Venen und somit neuer Krampfadern besteht. Das Risiko einer Beschädigung von Lymphgefässen (Folge: Schwellung, Ödem) oder Nerven (Folge: Empfindungsstörung bis Lähmung) ist relativ hoch.

Kleinere Venen (Seitenäste) und Gefäßknäuel ("Konvolute") können mittels Venenexhairese ("Herausziehen" ohne Sonde) beseitigt werden.

Große Gefäßknäuel, die oft aufgrund ihrer Verklebungen schlecht mit Stripping oder Häkelmethoden zu entfernen sind, können mit dem Trivex - Verfahren behandelt werden. Hierbei werden in umfassender Betäubung Krampfadern mit einem röhrenartigen Apparat durch einen winzigen Hautschnitt abgesaugt. Die Krampfaderentfernung ist zuverlässig, die Steuerung aber schlechter als bei ultraschallbasierenden Verfahren. Blutergüsse sind häufig. Das kosmetische Ergebnis ist nach einigen Wochen meist sehr gut.

Die extraluminale Valvuloplastie ist schon fast eine "Außenseitermethode", bei der nach Ultraschall - Voruntersuchung der kranke Venenklappenbereich umwickelt und soweit verengt wird, bis die Klappen wieder schließen. Der Erfolg kann mit Ultraschall kontrolliert werden. Gut ist die Erhaltung des gesamten Venensystems, auch des zuvor erkrankten Klappenapparates. Ein operativer Eingriff bleibt es aber dennoch. Die Dauerhaftigkeit der Korrektur scheint nach gegenwärtigen Daten schlechter zu sein als bei anderen Verfahren.

Die chirurgischen Verfahren haben keine Zukunft mehr. Nahezu alle Fälle, auch schlimme Situationen nach früheren Operationen, können heute schon durch moderne Techniken (Laser, Chiva, Mikroschaum) hervorragend behandelt werden.