Historie der CHIVA - Methode
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Armamentarium chirurgicum des Joannes Scultetus Ulmensis anno 1666
De modo varices sectione curandi
Quelle: Die Rezirkulationskreise der primären Varikose
W. Hach, V. Hach-Wunderle
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Wenn sich ein Patient mit prallen Krampfadern hinlegt oder das Bein im Liegen anhebt, beobachtet man, daß das
Blut rasch
herausfließt und das Bein fast "normal" aussieht. Diese Beobachtung tätigten schon Ärzte in der
Antike. Und im 17.Jahrhundern waren bereits etliche Methoden, denen das "Maltraitieren" der Venen gemeinsam war
(Schneiden, Kneifen, Einbrennen, Verätzen...) bekannt (s. Bild).
Wäre es nicht
möglich und besser, das "Zurückfließen" des Venenblutes dadurch zu verhindern, daß man nur
den "Eingang" der kranken Vene verschließt, anstatt sie wie einen Feind zu behandeln und zu zerstören?
Die Idee, dies durch eine chirurgische Unterbindung zu versuchen, ist ca. 200 Jahre alt (Tomasso RIMA) und entstammt
somit einer Epoche, in der jede Operation aus hygienischen Gründen lebensgefährlich war.
Der berühmte deutschen Arzt
TRENDELENBURG griff die Idee vor ca. 100 Jahren auf und begann, die Vena saphena magna zur Krampfaderbehandlung zu unterbinden.
Trotz der unsicheren Grundlage von Sicht- und Tastbefunden (wo man nur oberflächliche Befunde erkennen kann, nicht aber die sehr
häufigen tieferliegenden Schäden ) erzielte er in einem Teil der Fälle verblüffende Erfolge - aber zu wenig, um die Methode
dauerhaft zu etablieren. Über Jahrzehnte waren Methoden der radikalen Entfernung von Krampfadern ("Stripping") erfolgreicher,
denn die Inkaufnahme des Organverlustes erbrachte wenigstens die vollständige Entfernung der Krampfadern. Das Problem der
Provokation neuer Krampfadern durch das Stripping wurde damals noch nicht verstanden.
Erst mit der Entwicklung moderner Ultraschallgeräte gelang es, Venen nicht nur auch in der Tiefe des Gewebes sichtbar
zu machen, sondern infolge der Doppler - Technik den venösen Fluss in allen Venen einer Extremität auch genau zu
erfassen und zu vermessen. Das Potential der Ultraschalldiagnostik und die Idee der gezielten Gefäßligatur
(Unterbindung) brachte den "Entdecker", den französischen Arzt CLAUDE FRANCESCHI zur Entwicklung der neuen Methode
"CHIVA" und ihrer Erstpublikation im Jahr 1988.