Die Idee, Einengungen von Gefäßen mechanisch "von innen" aufzudehnen, wurde
pionierhaft zunächst von Charles Dotter (daher: "Dottern") mit anfänglich eher
stabähnlichen Geräten entwickelt.
Andreas Grüntzig leistete schrittmachende Beiträge zur Entwicklung der
eigentlichen Ballondilatation. Aus diesem Grunde spricht man auch vom
Dotter-Gruentzig-Verfahren.
Die Mediziner nennen die Methode PTA und meinen damit die
"perkutane" (= durch die Haut), transluminale (= entlang
des Gefäßinneren) Angioplastie (= Gefäßformung).
Bei der Durchführung wird zunächst eine orientierende Angiographie ausgeführt,
um die Gefäßschäden genau zu lokalisieren (Bild1). Dies kann auch in der sog.
"Road-Map-Technik" (Bild 2) geschehen. Hierbei bleibt das angiographische Bild angezeigt,
während der Untersucher wie entlang einer "Straßenkarte" das Gefäß sondiert und den
Ballon in Position bringt.
Die PTA beinhaltet die
Gefäßpunktion, danach die
Einführung einer sog. Schleuse, die
Sondierung mit einem Führungsdraht,
und schließlich die
Angioplastie mit einem speziellen PTA-Ballonkatheter
Vor, während und nach der Ballondilatation wird der Gefäßstatus angiographisch kontrolliert. Dies erfolgt durch manuelle Kontrastmittel-Injektion, oder einem Injektionssystem.
Die Führungsdraht-Sondierung wird umso
schwieriger, je enger das Gefäßlumen (Innendurchmesser) wird. Aus diesem Grund sind
Verschlüsse nicht so einfach zu behandeln wie Stenosen (Engstellen) - ein Grund mehr für eine
rechtzeitige Diagnostik!
Die Ballongröße wird so gewählt, daß sie das Gefäß nicht überdehnt. Auch die Länge kann der
zu behandelnden Strecke angepaßt werden.
In Abhängigkeit vom Material der Gefäßeinengung wird zwischen 5 Sekunden und 3 Minuten lang
ein- oder mehrmals mit Drucken zwischen 4 und 16 bar dilatiert (Bild 2).
Der Ballon verformt die Ablagerungen im Gefäßinneren, und es entstehen Risse, die bis in die
Gefäßwand reichen können. Dies kann man im angiographischen Bild nur unvollständig
erkennen. Binnen weniger Tage erfolgt eine Glättung dieser Schäden und schließlich
ein Überwachsen mit "Gefäßinnenhaut". Im Idealfall sieht das Gefäß nach einer PTA
so aus, als habe nie eine Engstelle vorgelegen (Bild 3). Es geht aber nicht um "Kosmetik".
Kleinere Reststenosen sind oftmals (z.B. sehr harte Kalkablagerungen) nicht vermeidbar.
Als technischer Erfolg darf eine PTA zählen, wenn keine Reststenose von mehr als 50% verbleibt.
Längere Verschlüsse, insbesonderer kurvig verlaufender Gefäße wie der Kniearterie in nebenstehendem Beispiel (Bild 4) sind nur selten für die alleinige PTA (Bild 5, Abschlußbild nach PTA) geeignet. In der Regel kommen hier zunächst Materialabtragende Verfahren wie die Laserangioplastie oder bei ganz frischen Verschlüssen die lokale Lyse zur Anwendung.