Ballon-Dilatation, Ballonangioplastie, PTA - Patienteninformation
Die Ballonangioplastie ist ein Standardverfahren zu Behandlung arterieller Einengungen und kurzer Verschlüsse.
Die Idee ist genial: Durch ein kleines Loch an einer gut zugänglichen Arterie (es sollte
möglichst klein sein, um keine Blutungsprobleme zu verursachen) wird ein dünnes Instrument
geführt, welches am Ort der Gefäßenge aber groß genug wird, um die Enge "wegzudrücken".
Die Abkürzung "PTA" heißt perkutane (durch die Haut ausgeführte) transluminale (entlang des
Gefäßinneren) Angioplastie (Gefäßformung).
Wie verläuft nun eine PTA?
Vorbereitend wird zunächst in lokaler Betäubung ein sog. "arterieller Zugang" mittels
Punktion und Einführung eines Führungsdrahtes sowie einer kleinen
Kunststoffhülse mit Ventil ("Schleuse") eingerichtet. Unter Röntgensicht wird
der Führungsdraht vorsichtig in die Zielregion vorgeschoben, und hierüber
dann ("wie eine Seilbahn") der Ballonkatheter.
Wie sieht ein solcher Ballon aus? Am Ende eines flexiblen Kunststoffkatheters
von 1,5 - 2 mm Durchmesser befindet sich der zunächst eng
gefaltete Ballon. Der Katheter besitzt neben einem Kanal
für den Führungsdrahtes einen weiteren Kanal
zum Ballon. Nach Positionierung am Zielort wird der Ballon durch Füllung mit
einer Flüssigkeit entfaltet. Verwendet wird eine Mischung aus Kochsalzlösung und
Kontrastmittel, damit die Aktion im Röntgenbild beobachtet
werden kann. Um verengte atherosklerotische Gefäße
auf normale Weite zu bringen, können Drucke bis über
12 bar erforderlich sein. Dies kann unangenehm sein, dauert aber
jeweils nur 1 - 3 Minuten. Über 95% aller Stenosen, und über
80% kurzer Verschlüsse (< 10 cm) können mit der Ballondilatationsangioplastie
erfolgreich behandelt werden.
Das Verfahren ist zwar sehr wirksam, jedoch keine Ideallösung.
Das gefäßverlegende Material wird lediglich verdrängt,
dies geschieht unter wesentlicher Beschädigung der Gefäßwand.
Aus diesem Grunde reagiert das Gefäß im bearbeiteten
Bereich mit Reparaturvorgängen, die oft überschießend
zur Bildung neuer Einengungen (Restenosen) führen. Nach 5
Jahren sind maximal 47 - 70% der Oberschenkelarterien und ca.
75% der eröffneten Beckenarterien noch offen. Längere
Verschlüsse (> 10 cm) sowie harte Hindernisse (Verkalkungen)
können oftmals nicht mit einem Führungsdraht passiert
werden. Hier werden dann weitere Verfahren - etwa die Laserangioplastie - erforderlich.