Endovaskuläre Prothesen

 
Zukünftige Entwicklungen

Endovaskuläre Grafts

Die theoretische Möglichkeit einer perkutanen Applikation eines endovaskulären Grafts im Sinne eines inneren Bypasses ist eine bestechende Idee, welche schon 1969 von Dotter erwähnt worden ist. Damit können nicht resezierbare Aneurysmen, Pseudoaneurysmen und direkte a.v. Fisteln nichtchirurgisch angegangen werden. Cragg u. Mitarb. haben eine Möglichkeit der Aneurysmabehandlung mit eng gewundenen Nitinolspiralen aufgezeigt, die aber wiederum aufgrund der technischen Schwierigkeiten mit der Applikation des Nitinols nicht weiter verfolgt wurde. Es war Maass, der erste Versuche mit expandierbaren Grafts aus mikroporösem Material verstärkt mit Metallfilamenten bzw. mit vollsynthetisehen mikroporösen Grafts aus einer Kombination von Polyester-Polyurethan durchführte. Von Lawrence u. Mitarb. wurde über einen perkutan applizierbaren Graft berichtet, der aus einer Kombination einer Gianturco(Zickzack)Prothese mit einem Dacrongraft besteht. Inzwischen wurden insbesondere für die endoluminale Therapie des Aortenaneurysmas verschiedene Systeme von der Rohrprothesebis zur Bifurkationsprothese vorgeschlagen.

Hier unterscheidet man verschiedene Gruppen:

  • enggewebte Drahtendoprothesen,
  • geschlossene oder mikroporöse Endoprothesen mit Integration von Beschichtungsmaterial und Metallgerüst (Dereumes Karbonfaserbeschichtung, DacronNitinolVerwebung BSIC),
  • Graftstents, wobei das Trägergerüst aus einem Metallstent besteht, der mit einer Hülle versehen ist (CraggEndoprosystem, SchneiderÖsophagusstent, GianturcoRöschÖsophagusstent),
  • Stentgrafts, wobei ein Kunsttoffgraft nur an den Enden mit einem Stent zur Fixierung versehen wird (ParodiGraft, ChuterProthese),
  • alternative Systeme, wie flüssigkristallgefüllte Doppelröhren, die endoluminal durch UVLicht ausgehärtet werden.

    Mittlerweile liegen erste klinische Erfahrungen mit dem ParodiGraft, der ChuterBifurkationsprothese und einer ballonexpandierbaren Rohrprothese von EVT Inc., Los Angeles, vor. Allerdings hat Volodos aus Charkow bereits 1986 die erste klinische Anwendung einer mit Stents bewehrten Endoprothese in der abdominellen und 1988 im Bereich der thorakalen Aorta beschrieben und mittlerweile über 50 Patienten behandelt.

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