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Dr. med. Johann C. Ragg
Krampfadern, Besenreiser, Venenschwäche: Mehr über mein Therapiekonzept…
Frühjahrs-Venencheck 2012
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Venenschwäche

Die Venenschwäche ist in westlichen Bevölkerungen eine sehr häufige Erkrankung: Etwa 25 Prozent der Frauen und 21 Prozent der Männer über 35 Jahre sind venenkrank – viele davon wissen es nicht. Etwa 17% haben Krampfadern, und mehr als 50% haben Besenreiser. Krampfadern können bei angeborenen Venenfehlern schon bei 16-Jährigen auftreten. Viel häufiger ist aber eine allmähliche Zunahme über die Jahre, bis mit 30, 40 oder 50 die ersten Zeichen (kleine Krampfadern, leichte Beschwerden) bemerkt werden. Menschen mit viel Bewegung können lange beschwerdefrei sein, obwohl Venenschwächen vorliegen.

Unter Venenschwäche versteht man die Unfähigkeit einzelner Venen, das Blut in Richtung des Herzens zu leiten. Durch die Muskelbewegungen (z.B. beim Gehen) wird das Blut aus den Beinen entgegen der Schwerkraft nach oben gepumpt, und die Venenklappen hindern das Blut am zurückfließen. Sind die Venenklappen undicht, so fließt Blut rückwärts und führt zu einer Stauung.

Hauptursache ist Bewegungsmangel mit tägliche Überlastung der Beinvenen durch Stehen und Sitzen. Die so genannte „Bindegewebsschwäche“ gibt es vielleicht gar nicht. Es ist eher ein Verhaltensproblem. Ohne Bewegung fehlt die Venenpumpe, und das Blut staut sich und weitet die Venen immer mehr. Irgendwann sind sie so überdehnt, dass die Klappen nicht mehr greifen. Zu diesem Zeitpunkt könnte eine Änderung der Gewohnheiten noch alles retten, ohne jeden Eingriff!

Wieso ist ein intaktes Venensystem für den gesamten Körper so wichtig? Das Venensystem ist im Körperkreislauf sozusagen die Recycling-Abteilung. Venenblut ist sauerstoff- und nährstoffarm, dafür schlackenreich. Es muss rasch zurück zu Herz, Lunge und Leber. Funktioniert eine Vene nicht, sammelt sich verbrauchtes Blut mit Stoffwechselschlacken an. Das ist wie bei einem Streik der Müllabfuhr: Der Müll staut sich. Durch Stauung, Druckzunahme und Stoffwechselschäden kommt es allmählich zu Beschwerden: „schwere“ Beine, Kribbeln, Druckgefühl. Alle Beschwerden nehmen typischerweise beim längeren Stehen oder Sitzen zu, sind also abends am deutlichsten.

Meist dauert es viele Jahre, bis aus einer kleinen Venenschwäche eine große Venenschwäche wird, aus der irgendwann Krampfadern entstehen. Die schlimmsten Folgen einer Venenschwäche (Thrombose, Lungenembolie, Wassereinlagerunge/Ödem, offenes Bein/Ulcus) beruhen gar meist auf Jahrzehnten der Unachtsamkeit. Deshalb ist es wichtig, die Venen frühzeitig und immer wieder mal untersuchen zu lassen, so wie man auch seine Zähne regelmäßig checken lässt.

Krampfadern muss heute niemand mehr bekommen. Und wer welche hat, kann für immer vorsorgen.

Siehe auch Häufig gestellte Fragen